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Was hat die Überproduktion überhaupt mit den absoluten Bedürfnissen zu tun? Sie hat es nur mit den zahlungsfähigen Bedürfnissen zu tun. Es handelt sich nicht um absolute Überproduktion – Überproduktion an und für sich im Verhältnis zu der absoluten Bedürftigkeit oder dem Wunsch nach dem Besitz der Waren. In diesem Sinn existiert weder partielle noch allgemeine Überproduktion. Und bilden sie gar keinen Gegensatz zueinander.
— Theorien über den Mehrwert, MEW 26.2, S35 (via grantelhuber)
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Unter emotionaler Anstrengung sollte nicht identifikatorisches Verhalten mit Tätern oder Opfern verstanden werden. Es gehört zum psychologistischen Mißbrauch der Psychoanalyse, unter der auf psychotherapeutische Zwecke gemünzten Devise „Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten“ das nationalsozialistische Verbrechen zu verarbeiten, als ob das Individuum allein Auschwitz als Teil seiner Lebensgeschichte fassen könnte. Aus dieser Praxis folgt notwendig ein sentimentales Verhältnis zum Verbrechen, das einerseits das reale Geschehen verniedlicht und andererseits dem Individuum angesichts des millionenfachen Mordes Souveränität suggeriert, die nur falsch sein kann. Einfühlung und Empathie haben notwendig an Auschwitz ihre Grenzen, und das Bewußtsein der Nachgeborenen schärft sich nur im Wissen vom Unterschied, nicht im identifikatorischen Gleichheitsgefühl, das Opfer, Täter und Nachkommen nebeneinander stellt.
— Detlev Claussen – Grenzen der Aufklärung. Die gesellschaftliche Genese des modernen Antisemitismus (via junesixon)
Zur Lehre vom ideologischen Überbau. Zunächst scheint es als habe Marx hier nur ein Kausalverhältnis zwischen Überbau und Unterbau feststellen wollen. Aber bereits die Bemerkung, daß die Ideologien des Überbaus die Verhältnisse falsch und verzerrt abspiegeln, geht darüber hinaus. Die Frage ist nämlich: wenn der Unterbau gewissermaßen im Denk- und Erfahrungsmaterial den Überbau bestimmt, diese Bestimmung aber nicht die des einfachen Abspiegelns ist, wie ist sie dann - ganz abgesehen von der Frage ihrer Entstehungsursache - zu charakterisieren? Als deren Ausdruck. Der Überbau ist der Ausdruck des Unterbaus. Die ökonomischen Bedingungen, unter denen die Gesellschaft existiert, kommen im Überbau zum Ausdruck; genau wie beim Schläfer ein übervoller Magen im Trauminhalt, obwohl er ihn kausal ‘bedingen’ mag, nicht seine Abspiegelung sondern seinen Ausdruck findet. Das Kollektiv drückt zunächst seine Lebensbedingungen aus. Sie finden im Traum ihren Ausdruck und im Erwachen ihre Deutung.
— Walter Benjamin: Das Passagen-Werk, in: Rolf Tiedemann (Hg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften V.I, Frankfurt am Main 1991, S. 495f. (via abgrundtiefe)
Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Daß es »so weiter« geht, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende sondern das jeweils Gegebene. Strindbergs Gedanke: die Hölle ist nichts, was uns bevorstünde – sondern dieses Leben hier.
— Walter Benjamin: Zentralpark. In: Tiedemann/Schweppenhäuser (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band I.2, Frankfurt am Main 1991, S. 683. (via walter-benjamin-bluemchen)
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An der Alltagsreligion findet die Aufklärung ihre Grenze.
— Detlev Claussen
grantelhuber:

Marxismus/Madonnaismus

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Marxismus/Madonnaismus

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Demgegenüber ist die Aktualität des Kommunismus paradox. Die Notwendigkeit der Revolution befindet sich im umgekehrt proportionalen Verhältnis zu ihrer Möglichkeit. Der kategorische Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist, ist zum bloßen Traum einer Sache geworden, die niemand mehr begreifen mag. Die Aktualität der Forderung „Jedem nach seinem Bedürfnis“ – realisierbar nur durch die Aufhebung der Lohnarbeit, durch das Recht auf Faulheit – ist im offiziellen wie alternativen Bewußtsein der Gegenwart nur ein sympathischer Anachronismus. Die bürgerliche Gesellschaft hat den Kommunismus ins Museum gestellt; der Klassenkampf ist beendet, ohne ausgekämpft zu sein, und dieses negative Ende wirkt fort in der unendlichen Geschichte von Menschenbeherrschung und Naturzerstörung. Im blinden Wahn gegen das konkrete Leben wütet die bürgerliche Gesellschaft, die sich ihrer Macht sicher ist. Aber die Aktualität des Kommunismus behauptet sich in der Wahrheit, daß es keine Ermächtigung ist, das Falsche zu tun, nur weil das Richtige nicht, noch nicht gehen mag. Der Kommunismus, daran gehindert, von der theoretischen in die praktische Kritik von Kapital und Staat umzuschlagen und die Waffe der Kritik mit der Kritik der Waffen zu vertauschen, findet seine unfreiwillige Praxis in der Denunziation des Falschen.
— Initiative Sozialistisches Forum - Aktualität und Notwendigkeit des Kommunismus
http://www.isf-freiburg.org/verlag/buecher/isf-ende.sozialismus.html
victorovich:

Olga Vasilyeva made her first kill in 1943 and killed 185 fascists total

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Olga Vasilyeva made her first kill in 1943 and killed 185 fascists total

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victorovich:

Maria Koshkina (Tkalich) killed 85 fascist occupants starting as a medical instructor and then becoming a sniper. When she was wounded in the leg, she kept serving as a medical instructor and a scout. 

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Maria Koshkina (Tkalich) killed 85 fascist occupants starting as a medical instructor and then becoming a sniper. When she was wounded in the leg, she kept serving as a medical instructor and a scout. 

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